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Ursachen: Was verursacht Legasthenie? Wie kommt es zu einer allgemeinen Lese- Rechtschreibschwäche?
Legasthenie ist eine entwicklungsbedingte Teilleistungsstörung des Gehirns und seiner für das Lernen wichtigen neuropsychologischen Funktionen, wie Merkfähigkeit, Gedächtnis oder Wahrnehmungsverarbeitung. Diese Teil- (also nicht völlige) Lernstörung beeinträchtigt das Erlernen der Schriftsprache. Auch wenn die Störung im Gehirn besteht, hat dies nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, sondern mit der gestörten Verarbeitung von Wahrnehmungsreizen.
Das Gehirn besteht aus zwei Gehirnhälften (Hemisphären). Verschiedene Regionen beider Hemisphären haben besondere Aufgaben, die sie mal alleine und mal im Verbund mit diesen oder jenen anderen Regionen erfüllen. Nur wenn diese Hirnbereiche ohne „Fehlverdrahtungen“ gut zusammenwirken, können die Denkvorgänge normal verlaufen. Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass dieses Zusammenspiel bei Legasthenikern beeinträchtigt ist. Ihr Gehirn erlaubt es ihnen nicht präzise genug die verschiedenen Wahrnehmungen zu verknüpfen, also etwa akustische Sprachlaute mit visuellen Symbolen. Legasthene Kinder müssen sich in Wirklichkeit geistig mehr anstrengen als andere, um gleiche Leistungen zu erzielen und ermüden daher schneller oder werden unaufmerksam.
Die Gründe für diese gestörte Wahrnehmungsverarbeitung können vielfältig sein. Die Forschungsergebnisse aus den Jahren seit 1980 bestätigen zunehmend die Auffassung, dass an der Ausprägung einer familiären Legasthenie erbliche Ursachen beteiligt sind. Eine zweite Ursachengruppe sind Schädigungen, die im Mutterleib oder im zeitlichen Umkreis der Geburt wirksam waren (etwa eine schwere Krankheit der Mutter oder Sauerstoffmangel).
Legasthenie ist demnach nicht „heilbar“, allerdings kann den betroffenen Kinder gut geholfen werden, damit umzugehen. Individuelle Ausprägungen und Schweregrade dieser Lernschwierigkeit ergeben sich durch unterschiedliche Kombinationen von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, der Motorik und der sensorischen Integration. Von Legasthenie sind rund 4 % aller Menschen betroffen.
Andere Begriffe, die diese Störung beschreiben: Dyslexie, Lese-Rechtschreib-Störung, Teilleistungsschwäche/-störung der schriftsprachlichen Entwicklung, isolierte, spezifische oder umschriebene Lese-Rechtschreibschwäche - wobei die Wörter isoliert, spezifisch oder umschrieben mit dem Begriff Lese-Rechtschreibschwäche eine Einheit bilden MÜSSEN, um zu bezeichnen, WAS für eine Lese-Rechtschreibschwäche gemeint ist.
Von allgemeiner Lese-Rechtschreibschwäche spricht man, wenn die Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben das Ergebnis von unzureichender Beschulung (auch häufiger Lehrer- Schulwechsel), längeren Fehlzeiten des Kindes z.B. wegen Krankheit, Zuzug aus einem anderssprachigen Land, Sinnesdefekten (Hör- oder Sehstörungen) oder erheblichen psychischen Problemen, die die allgemeine Lernfähigkeit beeinträchtigen (Familienkrisen ect.), sind. Eine allgemeine Lese-Rechtschreibschwäche kann somit auch erst im späteren Entwicklungsalter auftreten oder sich weniger nachhaltig auswirken. Zudem gibt es Kinder, die im Rahmen einer allgemeinen Minderbegabung Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb haben. Aufgrund der relativ niedrigen Intelligenz sind aber auch ihre allgemeinen Schulleistungen in einer Regelschule erwartungsgemäß schwach. Rund 7 bis 10 % aller Schüler haben Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens.
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