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Diagnosemöglichkeiten
Nicht jedes Kind, das Schwierigkeiten im schriftsprachlichen Bereich hat, hat eine Lese- Rechtschreibschwäche. Es gibt keine typischen Fehler, wie z.B. das Verdrehen von b und d oder das Vertauschen von Buchstaben im Wort. Der Unterschied bei legasthenen / lese- rechtschreibschwachen Kindern besteht meist darin, dass sich die Fehler sehr stark häufen, dass ein und das selbe Wort unterschiedlichst falsch geschrieben wird (selbst in einem Text) und dass die Probleme im schriftsprachlichen Bereich auch mit zusätzlichem Nachhilfeunterricht andauern. Oftmals besteht bis zum Ende des 2. Schuljahres praktisch eine Leseunfähigkeit.
Vermuten Sie bei Ihrem Kind eine Legasthenie / LRS, sollten Sie sich an geeignete Fachpersonen wenden, die eine Diagnose durch führen können. Je nach Krankenkasse können Kosten übernommen werden, wenn es vorher z.B. eine Überweisung vom Kinderarzt gab. Erkundigen Sie sich zuvor bei Ihrer Kasse!
Fragen Sie bei der Institution / Praxis nach, ob eine spezielle Beratung und Diagnostik im Bereich Legasthenie / LRS möglich ist. Empfehlungen von besonders geeigneten Fachpersonen erhalten Sie auch über Selbsthilfegruppen und Vereine, dessen Adressen Sie über die Landesverbände des Bundesverbandes für Legasthenie erfahren können.
Schulpsychologen: Jedem Landkreis bzw. in größeren Städten jedem Stadtbezirk ist ein Schulpsychologe zugeteilt. Beratung und Tests sind in der Regel kostenlos. Schulpsychologische Dienste führen keine Therapien durch und haben meist Wartezeiten von ca. 3 Monaten. Adressen erhalten Sie bei den Schulen oder schauen Sie hier.
Diplom-Psychologen: Frei praktizierende Psychologen führen ebenfalls Beratungen und Tests durch. Je nach Praxisart werden auch Therapien durchgeführt (z.B. bei Psychologen mit eigener lerntherapeutischer Praxis). Im Gegensatz zu Schulpsychologen ist dies meist mit Kosten verbunden (bei der Krankenkasse anfragen), allerdings sind die Wartezeiten erheblich kürzer. Adressen finden Sie in den Gelben Seiten.
Kinder- u. Jugendpsychiater: Beratung und eine Legastheniediagnostik erhalten Sie auch hier. Die Wartezeiten sind sehr unterschiedlich. Hier eine Adressenübersicht.
Sozialpädriatrische Zentren: Mit einer Überweisung vom Kinderarzt können Sie in einem SPZ Beratung und Legastheniediagnose, sowie Förderung erhalten, wenn dort entsprechendes angeboten wird. Das nächste SPZ können Sie hier suchen.
FAQ
- Woran kann man erkennen, dass ein Kind evt. eine Legasthenie / eine LRS hat?
Auffällig ist, dass überdurchschnittlich viele Fehler gemacht werden. So wird ein Wort immer wieder in neuen Varianten verschriftlicht. Legasthenen und LRS-Kindern fällt es äußerst schwer, Wörter im Gedächtnis abzuspeichern. Da die Wörter, selbst kurze und häufige, immer wieder neu erschlossen werden müssen, ist das Lesen für sie sehr mühsam. Weitere Anzeichen können Sie hier nachlesen, außerdem steht im Bereich Downloads eine Checkliste zur Verfügung.
- Machen Kinder mit Legasthenie / LRS andere Fehler als Kinder ohne LRS?
Die Art der Fehler der Kinder mit Legasthenie / LRS unterscheiden sich nicht von Fehlern, die Kinder normalerweise machen, wenn sie lesen und schreiben lernen. Es gibt also nicht - wie oft angenommen wird - diese typischen Fehler wie die Verwechslung von b und d / ie und ei oder von harten und weichen Mitlauten wie g/k, d/t und b/p.
- Wann kann eine Legasthenie / LRS frühestens diagnostiziert werden?
Ab Ende der 1. Klasse gibt es standardisierte Testverfahren, mit denen eine Legasthenie / LRS festgestellt werden kann.
- Wer stellt eine Legasthenie / LRS fest und wie sieht so eine Untersuchung aus?
Die Diagnose sollte durch Psychologen, Kinder- und Jugendpsychiater oder speziell ausgebildete Lerntherapeuten erfolgen. Bei der Untersuchung werden verschiedene standardisierte Tests verwendet, um z.B. die tatsächlichen Leistungen im Lesen und Schreiben, die Wahrnehmungsverarbeitung und auch die Intelligenz einschätzen zu können. Hier erfahren Sie mehr über die Diagnose einer Legasthenie / LRS.
- Kann man schon im Vorschulalter einer Legasthenie / LRS vorbeugen?
Festgestellt werden kann eine Legasthenie / LRS im Vorschulalter noch nicht, dennoch gibt es die Möglichkeit, mit entsprechenden Testverfahren herauszufinden, ob bei einem Kind ein erhöhtes Risiko besteht, später eine Legasthenie / LRS zu entwickeln. Für das letzte Kindergartenjahr sind Förderprogramme entwickelt worden, die spielerisch die notwendigen Grundfähigkeiten für den Schriftspracherwerb trainieren. Mehr dazu können Sie hier erfahren.
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